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Endometriose: Das Frauenleiden

Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner, Leiterin des Endometriosezentrums der Charité, über eine langwierige Krankheit, die oft sehr spät erkannt wird.

Was ist Endometriose?

Bei der Krankheit siedelt sich Gebärmutterschleimhaut ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Zum Beispiel können die Muskelwand der Gebärmutter, das Bauchfell, die Eileiter, Eierstöcke oder die Scheide betroffen sein. Es kann dort in der Folge zu Verwachsungen und Zysten kommen.

Wie zeigt sich die Endometriose?  Welche Symptome gibt es?

Typisch sind ausgeprägte Regelschmerzen. Oft leiden Frauen über mehrere Tage hinweg so stark an Bauchkrämpfen, dass sie zuhause bleiben und Schmerzmittel nehmen müssen. Manche Frauen haben auch schon vor der Menstruation oder zum Eisprung Schmerzen, typischerweise treten die Beschwerden jeden Zyklus zur selben Zeit auf. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind typisch. Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang zu bestimmten Zeiten im Zyklus können vorkommen, genauso wie Übelkeit und Erbrechen. Oft werden die Beschwerden mit den Jahren schlimmer.

Wenn ich diese Symptome bei mir entdecke, was mache ich dann?

Betroffene sollten zu ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt gehen. Das Problem ist aber, dass viele Ärzte die Krankheit nicht erkennen. Ihnen fällt bei der Untersuchung schlicht nichts Auffälliges auf. Mit Untersuchungsmethoden wie dem Ultraschall kann der Arzt lediglich Zysten sehr gut erkennen, aber Gebärmutterwandveränderungen und Verwachsungen nur schwer. Viele Ärzte sagen dann: „Das kann keine Endometriose sein“. Im Durchschnitt wird die Krankheit erst nach acht bis zehn Jahren erkannt. Wenn eine Frau jeden Monat fünf Tage lang Schmerzen hat, leidet sie bis dahin zusammengezählt über ein Jahr lang an Schmerzen. Das darf nicht sein!

Was können Betroffene tun?

Es gibt inzwischen spezielle Endometriose-Zentren, in denen die Ärzte darauf geschult sind, die Anzeichen der Krankheit zu erkennen. Endometrioseherde in der Scheide können Ärzte mit einem Spekulum sehen oder ertasten. Man kann auch Hormone geben, die den weiblichen Zyklus unterdrücken -wie sie etwa in der Pille vorhanden sind. Hören dann die Beschwerden auf, war Endometriose die Ursache. Ein sicheres Mittel, um Endometrioseherde zu identifizieren, ist die Bauchspiegelung. Damit können auch Herde im Bauchfell, wo sie am häufigsten vorkommen, aber am schwierigsten zu diagnostizieren sind, erkannt werden.

Kann ich schwanger werden, wenn ich an Endometriose leide?

Ja, manche Betroffene haben keine Probleme schwanger zu werden. Aber bei etwa der Hälfte der Frauen, die bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr nicht schwanger werden, steckt Endometriose dahinter. Die Krankheit kann nämlich im fortgeschrittenen Stadium die Eileiter, den Eierstock oder die Gebärmutter so verändern, dass die Befruchtung oder Einnistung der Eizelle erschwert wird. Dann kann ich versuchen, durch eine Bauchspiegelung die Verwachsungen oder Zysten zu entfernen. Bei vielen Frauen hilft das. Letztlich spielen bei der Schwangerschaft aber auch das Alter der Frau und die Spermienqualität eine große Rolle. Ab 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit der Frau signifikant ab.

Kann man Endometriose heilen?

Vollständig heilen kann man Endometriose nicht. Man kann den weiblichen Zyklus mit einer Hormontherapie unterdrücken, sodass die schädlichen Zellen nicht arbeiten können. Bei fortgeschrittenen Stadien kann man die Endometrioseherde oder Zysten mit Hilfe einer Bauchspiegelung entfernen. Doch die Herde kommen oft zurück, es besteht eine Rückfallrate von zehn Prozent pro Jahr. Bei chronischen Schmerzen kann Yoga, eine spezielle Ernährung oder Osteopathie helfen. Bei den meisten Frauen hören die Beschwerden mit den Wechseljahren und dem Ausbleiben der Menstruation auf.

Dr. Julia Egleder

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