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Karriere

Frauen zwischen Kind, Karriere und Kita-Streik

Viele Frauen stecken in einem Dilemma – sie möchten arbeiten und für ihre Kinder da sein. Doch es droht vielen die Gender-Falle, der Beruf bleibt auf der Strecke. Schlecht für Deutschlands Unternehmen. Denn mehr weibliche Chefs, mehr Erfolg – so könnte man eine Studie zu Frauen in Führungspositionen zusammenfassen. Nur wie gelingt der Spagat zwischen Kindern, Karriere und dem drohenden nächsten Streik in der Kita?

Fördere Frauen – verbessere deine Bilanz. Das ist in Kurzform das Ergebnis einer internationalen Studie des Institutes for Economics in Washington. Basierend auf Daten von über 20.000 Unternehmen stellt das Institut fest: „Ein um 30 Prozent höherer Frauenanteil in der Chefetage geht mit einem um 15 Prozent höheren Netto-Umsatz einher“.

Fakt ist: Während in Deutschlands DAX-Unternehmen die Zahl der weiblichen Vorstände weiter deutlich unter 10 Prozent liegt, sind es im sogenannten Direktvertrieb fast 80 Prozent. Was also macht die Branche richtig? „Wir setzen auf ein Arbeitszeitmodell der Zukunft“ erklärt Jochen Clausnitzer vom Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V. Es sei die große Flexibilität, die eine Tätigkeit im Direktvertrieb so familienfreundlich mache. „Vor allem, wenn es um die Erziehung von Kindern und die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen geht, haben Beraterinnnen und Berater im Direktvertrieb große Freiheiten“, so Clausnitzer.

Betriebskita statt Dienstwagen

Doch wie erklärt es sich, dass Frauen offenbar sogar erfolgreicher im Unternehmen sind als viele Männer? Auch hierzu gibt es zahlreiche Studien. Vom Grundsatz her führen Frauen nicht wirklich anders als Männer – aber sie setzen andere Schwerpunkte, hinterfragen die Standards der Macht. Laut einer VdU-Studie nehmen Frauen Kundenbindung wichtiger und setzen eher auf Weiterbildung statt auf Dienstwagen oder Boni. Außerdem motivieren Frauen laut Studie ihre Mitarbeiter auf andere Weise als ihre männlichen Kollegen. Sie setzen demnach stärker auf Angebote zur Weiterbildung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auffällig aber leider auch: „Wenn Frauen für sich selbst verhandeln, kommen sie beim Gehalt im Durchschnitt schlechter weg als Männer“, sagt Doris Bohnet, von der Harvard Universität. „Wenn dagegen Frauen im Auftrag des Unternehmens verhandeln, verschwindet der Nachteil komplett“, so die Wissenschaftlerin.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit 

Auch diese Lohndiskussion könnte ein Grund sein, warum sich Frauen besonders häufig für eine Karriere im Direktvertrieb entscheiden. Denn hier geht es beim eigenen Gehalt nicht um das verhandeln. Fast alle Unternehmen zahlen feste Provisionen, meist einen Prozentsatz des Umsatzes. Und der ist in der Branche hoch und steigt weiter. 1,8 Milliarden Euro setzte die Branche im vergangenen Jahr um. Und hier sind nur die im Bundesverband Direktvertrieb engagierten Unternehmen erfasst. Vor allem der Trend zu Verkaufspartys hält an. Mit 65 Prozent ist die Verkaufsparty die mit Abstand beliebteste Direktvertriebsform, so der Branchenverband.

Gerade diese Partys ermöglichen Frauen eine besondere Flexibilität, weshalb der Direktvertrieb inzwischen auch einen deutlich besseren Ruf hat als noch vor einigen Jahren. Die Partygäste sind in der Regel Freunde der Gastgeberin, also der Person, die die Räumlichkeiten und nicht selten noch Häppchen zur Verfügung stellt. Verkäuferinnen, die Verantwortung für mindestens 10 weitere Mitarbeiter übernehmen, gelten als Führungskraft, ihr Provisionsanteil steigt noch einmal deutlich. So trägt sie nicht nur Führungsverantwortung, sie verdient auch besser. „Oft ist mein Job mit einem lustigen Mädelsabend vergleichbar“ schwärmt etwa Angelika Korrer von ihrem Job. Sie ist nebenberuflich als Verkäuferin für Haushaltsprodukte tätig, arbeitet zudem in Teilzeit als Verwaltungsangestellte. „Seit ich Mutter bin, baue ich meinen Kundenstamm aus, in einem Jahr will ich hauptberuflich als Beraterin arbeiten“, so Korrer.

Fazit: 

Wir brauchen in Deutschland mehr Mut zur Selbstständigkeit – hier werden die Modelle – ob in Sachen Arbeitszeit oder sonstige Innvoationen – morgen morgen geboren. Es ist schön zu sehen, dass vor allem immer mehr Frauen diesen Schritt endlich wagen.

Durch Selbständigkeit werden innovative Modelle in Sachen Arbeitszeit geboren.

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Karriere

Frauen zwischen Kind, Karriere und Kita-Streik

Viele Frauen stecken in einem Dilemma – sie möchten arbeiten und für ihre Kinder da sein. Doch es droht vielen die Gender-Falle, der Beruf bleibt auf der Strecke. Schlecht für Deutschlands Unternehmen. Denn mehr weibliche Chefs, mehr Erfolg – so könnte man eine Studie zu Frauen in Führungspositionen zusammenfassen. Nur wie gelingt der Spagat zwischen Kindern, Karriere und dem drohenden nächsten Streik in der Kita?

Fördere Frauen – verbessere deine Bilanz. Das ist in Kurzform das Ergebnis einer internationalen Studie des Institutes for Economics in Washington. Basierend auf Daten von über 20.000 Unternehmen stellt das Institut fest: „Ein um 30 Prozent höherer Frauenanteil in der Chefetage geht mit einem um 15 Prozent höheren Netto-Umsatz einher“.

Fakt ist: Während in Deutschlands DAX-Unternehmen die Zahl der weiblichen Vorstände weiter deutlich unter 10 Prozent liegt, sind es im sogenannten Direktvertrieb fast 80 Prozent. Was also macht die Branche richtig? „Wir setzen auf ein Arbeitszeitmodell der Zukunft“ erklärt Jochen Clausnitzer vom Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V. Es sei die große Flexibilität, die eine Tätigkeit im Direktvertrieb so familienfreundlich mache. „Vor allem, wenn es um die Erziehung von Kindern und die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen geht, haben Beraterinnnen und Berater im Direktvertrieb große Freiheiten“, so Clausnitzer.

Betriebskita statt Dienstwagen

Doch wie erklärt es sich, dass Frauen offenbar sogar erfolgreicher im Unternehmen sind als viele Männer? Auch hierzu gibt es zahlreiche Studien. Vom Grundsatz her führen Frauen nicht wirklich anders als Männer – aber sie setzen andere Schwerpunkte, hinterfragen die Standards der Macht. Laut einer VdU-Studie nehmen Frauen Kundenbindung wichtiger und setzen eher auf Weiterbildung statt auf Dienstwagen oder Boni. Außerdem motivieren Frauen laut Studie ihre Mitarbeiter auf andere Weise als ihre männlichen Kollegen. Sie setzen demnach stärker auf Angebote zur Weiterbildung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auffällig aber leider auch: „Wenn Frauen für sich selbst verhandeln, kommen sie beim Gehalt im Durchschnitt schlechter weg als Männer“, sagt Doris Bohnet, von der Harvard Universität. „Wenn dagegen Frauen im Auftrag des Unternehmens verhandeln, verschwindet der Nachteil komplett“, so die Wissenschaftlerin.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit 

Auch diese Lohndiskussion könnte ein Grund sein, warum sich Frauen besonders häufig für eine Karriere im Direktvertrieb entscheiden. Denn hier geht es beim eigenen Gehalt nicht um das verhandeln. Fast alle Unternehmen zahlen feste Provisionen, meist einen Prozentsatz des Umsatzes. Und der ist in der Branche hoch und steigt weiter. 1,8 Milliarden Euro setzte die Branche im vergangenen Jahr um. Und hier sind nur die im Bundesverband Direktvertrieb engagierten Unternehmen erfasst. Vor allem der Trend zu Verkaufspartys hält an. Mit 65 Prozent ist die Verkaufsparty die mit Abstand beliebteste Direktvertriebsform, so der Branchenverband.

Gerade diese Partys ermöglichen Frauen eine besondere Flexibilität, weshalb der Direktvertrieb inzwischen auch einen deutlich besseren Ruf hat als noch vor einigen Jahren. Die Partygäste sind in der Regel Freunde der Gastgeberin, also der Person, die die Räumlichkeiten und nicht selten noch Häppchen zur Verfügung stellt. Verkäuferinnen, die Verantwortung für mindestens 10 weitere Mitarbeiter übernehmen, gelten als Führungskraft, ihr Provisionsanteil steigt noch einmal deutlich. So trägt sie nicht nur Führungsverantwortung, sie verdient auch besser. „Oft ist mein Job mit einem lustigen Mädelsabend vergleichbar“ schwärmt etwa Angelika Korrer von ihrem Job. Sie ist nebenberuflich als Verkäuferin für Haushaltsprodukte tätig, arbeitet zudem in Teilzeit als Verwaltungsangestellte. „Seit ich Mutter bin, baue ich meinen Kundenstamm aus, in einem Jahr will ich hauptberuflich als Beraterin arbeiten“, so Korrer.

Fazit: 

Wir brauchen in Deutschland mehr Mut zur Selbstständigkeit – hier werden die Modelle – ob in Sachen Arbeitszeit oder sonstige Innvoationen – morgen morgen geboren. Es ist schön zu sehen, dass vor allem immer mehr Frauen diesen Schritt endlich wagen.

Durch Selbständigkeit werden innovative Modelle in Sachen Arbeitszeit geboren.

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