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Brustkrebs

Brustkrebs überstanden: 5 wichtige Fragen

Jede achte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs. In den meisten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig und rund 20 Prozent der Betroffenen können nicht brusterhaltend operiert werden. Viele Frauen wünschen sich danach ihren Busen zurück, um sich wieder ganz als Frau zu fühlen. Sind die medizinischen Voraussetzungen für einen Brustwiederaufbau mit Silikonimplantaten gegeben, gilt es weitere Punkte abzuklären.

 

Prof. Dr. Dr. med Lukas Prantl ist Facharzt für Plastische-, Ästhetische- und rekonstruktive Chirurgie sowie Handchirurgie. Seit 2010 obliegt ihm die Professur für plastische Chirurgie sowie die Leitung des Hochschulzentrums für Plastische und Ästhetische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Regensburg. Außerdem ist er ärztlicher Direktor am renommierten Caritas Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Er beantwortet die wichtigsten Patientenfragen.

 

Wenn in meinem Fall die Voraussetzungen für die Rekonstruktion mit einem Implantat gegeben sind, gibt es Risiken für mich und wie lassen sich diese gegebenenfalls vermeiden?

Es gibt zwei ausschlaggebende Faktoren für ein langfristig komplikationsfreies Ergebnis: Das ist zum einen der Einsatz von hochwertigen Qualitätsimplantaten und zum anderen eine sorgfältige OP unter medizinisch einwandfreien Bedingungen. Bei der Implantatwahl geht es nicht nur darum, ein individuell passendes Implantat zu finden, sondern auch auf die passende Oberfläche zu achten. So lässt sich zum Beispiel das Risiko einer Kapselfibrose mit einer Beschichtung aus Polyurethanschaum (PU) auf ein Minimum reduzieren. Diese mitunter schmerzhafte Verhärtung des Gewebes rund um das Implantat kann dazu führen, dass die Implantate ausgetauscht werden müssen. Auch Komplikationen, bei denen sich das Implantat dreht oder verschiebt, können mit den beschichteten Implantaten vermieden werden. Besonders wichtig ist auch eine regelmäßige Nachsorge, damit etwaige Komplikationen frühzeitig erkannt werden können.

 

Ist eine Implantat-Rekonstruktion auch nach einer Strahlentherapie möglich?

Nach einer Strahlentherapie ist die Rekonstruktion der Brust als erschwert einzuschätzen, da das Gewebe durch die Bestrahlung häufig stark geschädigt ist und das Risiko einer Kapselfibrose deutlich erhöht ist. Grundsätzlich sollten die Wiederherstellungsmöglichkeiten basierend auf den medizinischen Befund und einer ausführlichen Untersuchung individuell entschieden werden. Kommt dann ein Implantat in Frage, setze ich abgesehen von körpereigenem Gewebe ausschließlich beschichtete PU-Implantate ein. Denn im Gegensatz zu anderen Implantat-Typen, die in dieser Situation laut aktueller Studienlage zu extrem hohen Kapselfibrose-Raten von bis zu 80 Prozent führen, bestätigen meine Erfahrungen die geringe Neigung zu Komplikationen bei PU Implantaten.

 

Ist die Brustkrebsnachsorge und -vorsorge auch mit einem Implantat sicher?

Ja, Patientinnen können hier unbesorgt sein. Dadurch, dass die Implantate bei der Rekonstruktion fast immer unter den Brustmuskel eingebracht werden, ist die Vor- und Nachsorge genauso sicher wie ohne Implantat.

 

Muss bei einer einseitigen Rekonstruktion auch die gesunde Brust mit einem Implantat angepasst werden?

Bei einem einseitigen Wiederaufbau gibt es keinen medizinischen Grund, warum auch die gesunde Brust mit einem Implantat versorgt werden müsste. Diese Entscheidung obliegt allein der Patientin selbst und ist rein ästhetischer Natur.

 

Gibt es Qualitätsunterschiede? Worauf sollte ich als Patientin achten?

Neben einem Beratungsgespräch durch einen erfahrenen Plastischen Chirurgen oder einen Brustchirurgen ist es wichtig, dass ausschließlich Implantate der führenden Hersteller, zum Beispiel aus Deutschland verwendet werden, bei deren Herstellung eine lückenlose Qualitätskontrolle sichergestellt ist.

 

Autorin: Stefanie Müller

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Prof. Dr. Dr. med Lukas Prantl ist Facharzt für Plastische-, Ästhetische- und rekonstruktive Chirurgie sowie Handchirurgie. Seit 2010 obliegt ihm die Professur für plastische Chirurgie sowie die Leitung des Hochschulzentrums für Plastische und Ästhetische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Regensburg. Außerdem ist er ärztlicher Direktor am renommierten Caritas Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Er beantwortet die wichtigsten Patientenfragen.

 

Wenn in meinem Fall die Voraussetzungen für die Rekonstruktion mit einem Implantat gegeben sind, gibt es Risiken für mich und wie lassen sich diese gegebenenfalls vermeiden?

Es gibt zwei ausschlaggebende Faktoren für ein langfristig komplikationsfreies Ergebnis: Das ist zum einen der Einsatz von hochwertigen Qualitätsimplantaten und zum anderen eine sorgfältige OP unter medizinisch einwandfreien Bedingungen. Bei der Implantatwahl geht es nicht nur darum, ein individuell passendes Implantat zu finden, sondern auch auf die passende Oberfläche zu achten. So lässt sich zum Beispiel das Risiko einer Kapselfibrose mit einer Beschichtung aus Polyurethanschaum (PU) auf ein Minimum reduzieren. Diese mitunter schmerzhafte Verhärtung des Gewebes rund um das Implantat kann dazu führen, dass die Implantate ausgetauscht werden müssen. Auch Komplikationen, bei denen sich das Implantat dreht oder verschiebt, können mit den beschichteten Implantaten vermieden werden. Besonders wichtig ist auch eine regelmäßige Nachsorge, damit etwaige Komplikationen frühzeitig erkannt werden können.

 

Ist eine Implantat-Rekonstruktion auch nach einer Strahlentherapie möglich?

Nach einer Strahlentherapie ist die Rekonstruktion der Brust als erschwert einzuschätzen, da das Gewebe durch die Bestrahlung häufig stark geschädigt ist und das Risiko einer Kapselfibrose deutlich erhöht ist. Grundsätzlich sollten die Wiederherstellungsmöglichkeiten basierend auf den medizinischen Befund und einer ausführlichen Untersuchung individuell entschieden werden. Kommt dann ein Implantat in Frage, setze ich abgesehen von körpereigenem Gewebe ausschließlich beschichtete PU-Implantate ein. Denn im Gegensatz zu anderen Implantat-Typen, die in dieser Situation laut aktueller Studienlage zu extrem hohen Kapselfibrose-Raten von bis zu 80 Prozent führen, bestätigen meine Erfahrungen die geringe Neigung zu Komplikationen bei PU Implantaten.

 

Ist die Brustkrebsnachsorge und -vorsorge auch mit einem Implantat sicher?

Ja, Patientinnen können hier unbesorgt sein. Dadurch, dass die Implantate bei der Rekonstruktion fast immer unter den Brustmuskel eingebracht werden, ist die Vor- und Nachsorge genauso sicher wie ohne Implantat.

 

Muss bei einer einseitigen Rekonstruktion auch die gesunde Brust mit einem Implantat angepasst werden?

Bei einem einseitigen Wiederaufbau gibt es keinen medizinischen Grund, warum auch die gesunde Brust mit einem Implantat versorgt werden müsste. Diese Entscheidung obliegt allein der Patientin selbst und ist rein ästhetischer Natur.

 

Gibt es Qualitätsunterschiede? Worauf sollte ich als Patientin achten?

Neben einem Beratungsgespräch durch einen erfahrenen Plastischen Chirurgen oder einen Brustchirurgen ist es wichtig, dass ausschließlich Implantate der führenden Hersteller, zum Beispiel aus Deutschland verwendet werden, bei deren Herstellung eine lückenlose Qualitätskontrolle sichergestellt ist.

 

Autorin: Stefanie Müller

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