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Wenn das Eisen fehlt
Müde, blass, ständig erschöpft: Eisenmangel trifft mehr als jede zehnte Frau – oft, ohne dass sie es ahnen. Woran man die typischen Anzeichen erkennt, wer besonders gefährdet ist und wie man rechtzeitig gegensteuert, bevor die Kraft schwindet.
Die 34-jährige Anna Weber ist eigentlich eine Powerfrau. Doch seit einigen Wochen fühlt sie sich wie ausgebremst: Morgens kommt sie kaum aus dem Bett, bei der Arbeit fällt ihr die Konzentration schwer, und schon eine Runde Joggen bringt sie völlig aus der Puste. Dazu gehen ihr seit Kurzem die Haare aus und ihre Nägel werden brüchig. „Vielleicht ist es einfach Stress“, denkt sie.
Mit ihren Beschwerden ist Anna nicht allein. Eisenmangel gehört weltweit zu den häufigsten Nährstoffdefiziten. Frauen sind besonders oft betroffen, mehr als jede zehnte Frau leidet daran. Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper braucht es zum Beispiel, um Sauerstoff über das Blut zu den Organen zu transportieren. Fehlt Eisen, gerät dieser Prozess ins Stocken – und das hat spürbare Folgen: Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme zeigen sich bei den Betroffenen. Dazu können Blässe, Haarausfall, brüchige Nägel oder auch Kopfschmerzen und Schwindel kommen. Weil diese Symptome so unspezifisch sind, kommen Betroffene oft nicht darauf, dass ein Eisenmangel dahinterstecken könnte.
DIESE FRAUEN SIND BESONDERS GEFÄHRDET
Besonders häufig von Eisenmangel betroffen sind Frauen mit starker Regelblutung, denn mit dem Blut geht regelmäßig Eisen verloren. Auch Schwangere und Stillende haben einen deutlich erhöhten Bedarf. Vegetarierinnen und Veganerinnen nehmen über die Ernährung oft weniger Eisen auf, da pflanzliches Eisen schlechter verwertet wird als tierisches. Und schließlich sind auch sportlich aktive Frauen gefährdet, da intensives Training den Eisenbedarf zusätzlich steigert. Die Ursachen für Eisenmangel sind also meist vielschichtig: Oft kommen mehrere Faktoren zusammen – etwa bei einer sportlichen Vegetarierin mit starker Menstruation.
Die gute Nachricht: Man kann viel gegen Eisenmangel tun. Eine eisenreiche Ernährung ist die Basis – etwa mit Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, grünem Gemüse oder rotem Fleisch. Ein Tipp: Vitamin C, zum Beispiel aus einem Glas Orangensaft, verbessert die Aufnahme von Eisen deutlich.
EISENMANGEL: SPÄT ERKANNT
Ein zentrales Problem ist, dass Eisenmangel häufig spät bemerkt wird. Oft wird erst dann gehandelt, wenn der Hämoglobin-Wert bereits reduziert ist – doch dann besteht meist schon eine Eisenmangelanämie, also eine Blutarmut. Besser wäre es, früher hinzuschauen: Aussagekräftig ist vor allem der Ferritin-Wert, der die Eisenspeicher des Körpers widerspiegelt. Er zeigt einen Mangel mitunter schon, bevor Beschwerden richtig spürbar werden.
Wer zu einer der Risikogruppen gehört, kann einem Mangel gezielt vorbeugen. Neben der Ernährung können niedrig dosierte Arzneimittel helfen, die Eisenspeicher aufzufüllen oder einen Mangel gar nicht erst entstehen zu lassen.
Und Anna Weber? Sie entscheidet sich, nicht länger abzuwarten. Nach einer Beratung in der Apotheke nimmt sie ihre Medikation selbst in die Hand und lässt ihre Eisenspeicher anschließend ärztlich kontrollieren. So erhält sie Gewissheit und kann ihre Eisenversorgung gezielt unterstützen. Ihre Geschichte zeigt: Wer die typischen Anzeichen ernst nimmt und früh handelt, muss sich nicht länger ausgebremst fühlen. Hör also auf deinen Körper – und warte nicht, bis dir die Kraft ganz ausgeht.
Sophie Müller
